Meine erste Diät habe ich mit 16 gemacht. Damals habe ich mit meiner Mama und meiner Schwester Punkte gezählt und meine Kalorien reduziert, sodass ich von 54 kg auf 48 kg abgenommen habe - bei 1,60 m. In 6 Monaten nahm ich in Neuseeland wieder auf 56 kg zu. 

Meine nächste Diät folgte dann auf dem Fuß mit 17. Ziel waren wieder 50 kg. Der Erfolg blieb aus. 

Mit 18 wollte ich noch immer dorthin zurück, ich begann mit der Pille und meine Diät blieb erfolglos. 

Zugegeben, ich nasche einfach auch zu gerne. Um richtig abzunehmen musste ich mir damals eine lange Liste an Verboten auferlegen und dazu hatte ich keinen Drang.

In meinen 20ern begann ich dann wieder abzunehmen: 6 Kilo, aber diesmal mit Sport (Taekwon-Do) und vielen Wegen mit dem Rad. In Freiburg, wo ich in dieser Zeit lebte, ist das Autofahren eine spannende Angelegenheit, also fuhr ich eben Rad. 

Mit 28 lernte ich meinen jetzigen Freund kennen und kam in Zeitnot in meinem Kalender: jetzt brach der ultimative Stress aus. Wenn du gerne tiefer in meine Story einsteigen willst, schau dir hier meine ganze Geschichte an.


Auf meiner langen Reise von Diät zu Diät, über Jojo-Effekt hin zu Verboten und do's and dont's Listen habe ich viel gelernt. Mein Bio-Studium und die umfangreiche Ausbildung zur Ernährungsberaterin tun ihr Übriges dazu.

Was passiert also, wenn du Stress hast? Und was kannst du tun, wenn Stress eine Folge deiner Diät ist?

Wenn du Stress hast, egal warum, wird der sog. Stressnerv, der Sympathicus, angetriggert und dein Körper reagiert mit der Ausschüttung von Stresshormonen. Die Folge sind eine bessere Durchblutung der Gliedmaßen, schnellerer Puls und höherer Blutdruck. Es kommt aber auch zu verringerter Verdauung, erhöhtem Muskeltonus und einem unzureichenden Fettstoffwechsel. 

Warum ist das so?

Durch die verstärkte Durchblutung der Organe und Muskeln, die zu einer "Kampf-oder-Flucht"-Reaktion notwendig sind, legt der Körper seine Priorität auf "Rennen" statt "Verdauen". Der Sympathicus sorgt für die Dauer der Stresseinwirkung dafür, dass dein Körper fluchtbereit bleibt. Ist der Stress nur kurz, schüttet dein Körper, genauer gesagt die Nebennieren, Adrenalin und Noradrenalin aus, unsere klassichen Stresshormone. Besteht der Stress aber über längere Zeit, schwenkt die Hormonproduktion um auf Cortisol, das Langzeit-Stresshormon. 

Solange der Körper sich im Fluchtmodus befindet, stoppt er auch die Fettverbrennung, da Zucker schneller verfügbar ist und weniger physiologische Energie zum Abbau benötigt. Du verspürst also Hunger auf Süßes, Fettiges oder beides, bist andauernd hungrig und dabei eigentlich auch schnell wieder satt. Es ist mehr Snacken als richtig Essen und wird somit zur Nebensache. Im Zuckerabbau spielt Insulin eine große Rolle, da es den Zucker aus dem Blut in die Muskeln und die Leber transportiert und somit für einen ausbalancierten Blutzucker sorgt. Nehmen wir mehr Zucker zu uns als unsere Muskeln brauchen, wird er in der Leber in Fett umgewandelt und in den körpereigenen Depots gelagert. 

Welche Folgen hat das?

Steht dein Körper dauerhaft unter Stress und kommt in die Cortisol-Ausschüttungsphase, spürst du Symptome wie Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Magenschmerzen, saures Aufstoßen oder Völlegefühl, verzögerte Darmentleerung oder Verstopfung, nervöse Unruhe und Schlafprobleme oder z.B. auch einen Verlust der Libido, also deiner Lust auf Sex. Klar, wenn der Körper Stress hat und eigentlich flüchten muss, kann er jetzt grade keinen Fokus auf Sex legen. Vor allem bei uns Frauen ist das ein häufig spürbares Problem.

Durch die Insulin-Schwankungen und den ständigen Heißhunger isst du mehr und meist auch aus Gelüsten nährstoffarm und zu energiereich. Das führt zur Fetteinlagerung und damit zur Gewichtszunahme. 

Macht Stress also krank?

Ja. Stress kann krank machen. Viele Krankheiten, wie Magengeschwüre, Migräne, Gicht oder chronische Verstopfung sind oft stressbedingt. Auch Übergewicht, Adipositas und Diabetes können durch langanhaltenden Stress entstehen oder verschlimmert werden.


Die Grafik unten zeigt dir den Weg durch die Diätspirale: 

Meist steigst du mit dem Wunsch nach Veränderung in den Kreislauf ein. Enthusiastisch verfolgst du dein Ziel. Du machst dir Verbote, erlegst dir Workouts und neue Routinen auf, die vielleicht gar nicht zu dir passen, aber sie stehen halt so im Plan. 

Du siehst erste Erfolge und feierst dich! Dann kommt das gefürchtete Plateau und du kommst nicht weiter. Das kann viele Gründe haben, aber oft sinkt die Grundumsatz-Rate deines Körpers durch die verminderte Nahrungsmittelzufuhr, va. wenn du keinen oder wenig Sport machst. Frust, Selbsthass und Verzweiflung sind die Folge. Du schimpfst mit dir selbst für jedes Stück Schokolade, für jeden Bissen nach 18 Uhr oder für jedes nicht-ketogene Lebensmittel. Du geißelst dich noch mehr, weil du endlich Erfolge sehen willst. 

Das Ergebnis sind Resignation, noch mehr Selbsthass und Verzweiflung und schlussendlich Erschöpfung und Aufgeben für den Moment. Vielleicht versuchst du es später wieder, wenn dich der Wunsch nach Veränderung wieder packt. 

Willkommen in der Diätspirale, deinem persönlichen Kreislauf aus Wünschen, Vorsätzen, Frustration, Stress und Selbsthass.

Also was tun, wenn du in der Diätspirale feststeckst?

Du kannst diese 5 Schritte befolgen, um eine Basis für deinen Ausstieg zu legen:

1. Mach dir die Situation bewusst.

Erst einmal ist es wichtig, dass du dir bewusst machst, wo du stehst und wie es sich anfühlt. Welche Gedanken prägen dich? Welche Gefühle treiben dich an / um? Was fühlt sich gut an und was nicht?

2. Visualisiere deinen Weg und deine Learnings.

Du hast schon so viele Erfahrungen gemacht auf deinem Weg bis hierher. Mach dir bewusst, was du schon alles gelernt hast und was dir gut getan hat und was nicht.

3. Lerne deine eigenen Bedürfnisse kennen.

Spür in dich hinein und lern deine Bedürfnisse besser kennen. Was tut dir gut? Was brauchst du? Was magst du nicht oder was fühlst dich vielleicht nicht gut an?

4. Nimm den Stress raus und sorge für Ausgleich.

Mach dir deine Stressquellen bewusst und sorge achtsam für Ausgleich. Meditiere für weniger Druck aus deinem Innern und verändere deine Glaubenssätze mit Affirmationen ins Positive.

5. Gewinne deine Lebensfreude zurück und komm ins Wohlbefinden.

Führe ein Dankbarkeitstagebuch, höre inspirierende Podcasts und achte darauf deine Bedürfnisse zu leben. Tu jeden Tag etwas für dich! 

So kannst du peux a peux aus deinem Stresskreislauf austreten und dein Wohlbefinden wiederfinden. 

Du kannst deinen Körper auch unterstützen und deine körperlichen Akkus mit diesen 3 Grundregeln auftanken:

1. Iss so bunt wie möglich.

Damit sind keine Gummibärchen gemeint, sondern natürlich - du ahnst es schon - Gemüse & Obst. Je bunter, je kräftiger in der Farbe, desto mehr Nährstoffe sind drin. In Stresszeiten benötigt dein Körper vor allem diese: Nährstoffe. Iss also bunt, kraftvoll und so frisch wie es geht.

2. Iss ganz bewusst.

Es beginnt bei der Mahlzeitenplanung und der Frage "Was will ich essen?", geht beim Einkaufen weiter und hört beim Essen am Tisch auf. Mach dir die Steps bewusst und agiere hier nachhaltig und in deinen eigenen Bedürfnissen. 

3. Trinke viel Wasser.

Zimmerwarm oder kalt - wie du es magst, Hauptsache still, klar und frisch. Du kannst dein Wasser auch mit Fruchtstücken und Kräutern aromatisieren und so noch mehr wasserlösliche Nährstoffe aufnehmen. 3 Liter am Tag dürfen es schon sein, aber setz dich hier nicht unter Druck. Bewusst darauf achten ist genug der Mühe!

Hast du Lust auf noch mehr Wohlbefinden? Dann ist die Wohlfühlauszeit vom Diätalltag genau für dich 💖